Archiv der Kategorie 'Syndikalismus'

Arbeit ist Krieg!


15.04. | 19.00 h | Infoveranstaltung
Jährlich werden durch Lohnarbeit mehr Menschen getötet und verletzt als in Kriegen: Alle 15 Sekunden stirbt ein Mensch durch einen Arbeitsunfall (über zwei Millionen im Jahr); über 250 Millionen Menschen erleiden Verletzungen bei der Arbeit; über 150 Millionen entwickeln Berufskrankheiten, fast eine halbe Millionen wird tödlich vergiftet; psychische Krankheiten und Suizide aufgrund von Lohnarbeit schießen in die Höhe. Allein in Deutschland sterben drei bis vier Menschen täglich, ereignen sich tausende Arbeitsunfälle. Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Kapitalismus tötet. Zunehmende Arbeitshetze und Prekarisierung haben diesen blutigen Trend verschärft.

Unter dem Motto „Remember the Dead – Fight for the Living!” wird alljährlich am 28. April international der Workers Memorial Day begangen, wo Menschen der Opfer des kapitalistischen Alltags gedenken und für sichere Arbeitsbedingungen kämpfen. In dieser Veranstaltung informieren wir über die Problematik und berichten – untermalt mit Bildern – von jenem in Deutschland unbekannten „ArbeiterInnenkampftag“, an dem sich die Anarchosyndikalistische Jugend Berlin, gemeinsam mit der Basisgewerkschaft FAU, auch in diesem Jahr beteiligen wird.

Los geht’s um 19 Uhr im FAU Lokal, Lottumstraße 11 (U-Bhf Rosenthaler PLatz / U-Bhf Rosa-Luxemburg-Platz)

Katastrophen-Hilfsfond für prekäre ArbeiterInnen in Japan

paff

Angesichts der enormen Zerstörungen durch das Erdbeben und die Tsunamis am 11. März 2011 sowie angesichts der nach wie vor drohenden nuklearen Katastrophe durch das zerstörte Atomkraftwerk Fukushima I, hat die FAU-IAA beschlossen einen Hilfs- und Solidaritätsfond für prekäre ArbeiterInnen in Japan – den «Freeters Solidaritätsfond» ins Leben zu rufen. Als anarchosyndikalistische Basisgewerkschaft gilt unsere erste Sorge den vielen prekären ArbeiterInnen (Freeters), die schon vor der Katastrophe ausgegrenzt und zu vielfach miserablen Arbeits- und Lebensbedingungen gezwungen waren. Die FAU-IAA hat kurzfrístig einen Grundstock für den Fond zur Verfügung gestellt. Sie ruft darüber hinaus zu Spenden für den Hilfs- und Solidaritätsfond auf, dessen Mittel in enger Absprache mit der «Freeter Zenpan Roso», einer Selbstorganisation prekärer ArbeiterInnen in Japan, eingesetzt werden sollen.
Spenden nehmen wir über das Konto:
FAU
Kontonr.: 96152201
Postbank Hamburg (BLZ 200 100 20)
unter dem Stichwort «Freeters» entgegen.

Jeder noch so kleine Beitrag als Ausdruck gelebter Klassensolidarität ist willkommen. (mehr…)

Soli für Warschauer MieterInnenbewegung

soli
Am Donnerstag, den 24. März, führten Mitglieder der Freien ArbeiterInnen-Union (FAU) Berlin und der Anarchosyndikalistischen Jugend (ASJ) Berlin eine Soliaktion für die MieterInnenbewegung in Warschau durch. Sie protestierten damit gegen die dortige Wohnungspolitik, mit der Tausende Menschen terrorisiert und der Verelendung ausgesetzt werden. Trauriger Anlasse der Proteste war die vermutliche Ermordung der Warschauer Mieteraktivistin Jolanta Brzeska Anfang März.

Die Protestkundgebung fand vor dem Collegium Hungaricum statt, wo am Abend eine Konferenz zu Ordnungsmodellen im postsozialistischen Osteuropa eröffnet wurde, zu welcher der polnische Botschafter in Berlin erwartet wurde. Dieser sagte allerdings in letzter Minute ab. Ob dies wegen der Proteste geschah, sei dahingestellt.

Ein Bericht über die Aktion wurde am selbigen Abend beim Funkahaus Europa des RBB auf polnisch ausgestrahlt. Der Mitschnitt findet sich hier. (mehr…)

Solidarität mit der MieterInnenbewegung in Polen!

kundgebung

24.03. | 18.15 h | Kundgebung | Dorotheenstr. 12

Die FAU Berlin und die ASJ Berlin solidarisieren sich mit den kämpfenden MieterInnen in Warschau und protestieren gegen die dortige Wohnungspolitik, mit der Tausende Menschen terrorisiert und der Verelendung ausgesetzt werden. Anlässlich einer Konferenz zur gesellschaftlichen Entwicklung im postsozialistischen Osteuropa werden sie dies nicht nur dem polnischen Botschafter zum Ausdruck bringen, der zur Eröffnung anwesend sein wird.
(mehr…)

ASJ-Berlin Tresen – Japan-Soli

charlie chaplin

Wie nun jeden dritten Samstag im Monat veranstalten wir am 19. März um 19 Uhr unseren Tresen im Stadtteil- und Infoladen Lunte in der Weisestr. 53 (U-Bhf Boddinstr).
Neben Getränken und veganer Vokü werden wir auch den Film Moderne Zeiten von Charlie Chaplin zeigen. Die Einnahmen werden an ein Soli-Konto für die japanische Freeters-Union (Gewerkschaft prekär Beschäftigter) gehen.
Mit dem Geld soll zum Einen ermöglicht werden, durch Angebote AktivistInnen ein Flugticket nach Deutschland zu bezahlen und auch ihren Aufenthalt zu finanzieren. Darüberhinaus wollen wir sie natürlich auch vor Ort unterstützen, so gut wir es können.

Wer die japanischen GenossInnen unabhängig von unserem Tresen finanziell untestützen möchte, kann dies unter folgendem Spendenkonto tun:

FAU
Kto. 96152201
BLZ 20010020
Postbank Hamburg
Verwendungszweck: Freeters Relief Fund

Erste Ausgabe des Schwarzen Kleeblatts ist da!

Schwarzes Kleeblatt der ASJ Berlin

Die erste Ausgabe unserer nun regelmäßig erscheinenden Zeitung Schwarzes Kleeblatt ist ab heute auch auf unserem Blog als pdf zu haben.

Der Leitartikel in dieser Ausgabe beginnt aus gegebenen Anlass mit einem Bericht über den Naziaufmarsch in Dresden, der dieses Jahr einmal mehr ansteht. Im Bereich Regional es greifen wir das Thema Gentrifizierung auf und in Sachen Überregionale Ereignisse findet ihr einen kritischen Artikel zu den häufig stattfindenden Bildungsstreiks, die immer wieder Ergebnisse vermissen lassen. An Ergebnissen fehlt es der ständig stärker werdenden Überwachung aller Menschen hingegen nicht, die mittels RFID-Chips eine neue Dimension erreichen könnten, was wir in der Rubrik Globales genauer Beleuchten.

In Zukunft sind alle Ausgaben unter der Kategorie „Schwarzes Kleeblatt“ zu haben.

Aufruf zur Kundgebung am 20.09.10

Heraus zur Solidarität mit den Inhaftierten Aktivisten Ljoscha und Maxim!

Freiheit für Maxim und Ljoscha!
Treffpunkt :
Russische Botschaft, Unter den Linden in Berlin
am 20.09.2010, 17.00 Uhr

FREIHEIT FÜR LJOSCHA UND MAKSIM! Kungebung am 09.08.10

Am Donnerstag den 29. Juli wurden unsere Genossen Aleksei (Ljoscha) Gaskarow und Maksim Solopow von Einheiten des „Zentrum E“ („Extremismusbekämpfung“) in Moskau verschleppt, und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Diese Haft wurde am 31. Juli Aufgrund eines Gerichtsbeschlusses in Chimki zunächst auf drei Tage verlängert – aufgrund mangelnder Beweise. Am 3. August folgte eine weitere Haftverlängerung für die sozialen Aktivisten auf weitere zwei Monate.

Doch was war passiert:

Am 28. Juli 2010 gab es einen Angriff von ca. 400 Jugendlichen auf die Stadtverwaltung von Chimki in der Nähe von Moskau, welcher nun als Anlass für die Verhaftungen dient.

Die Stadtverwaltung von Chimki ist dafür verantwortlich, dass der naturnahe Wald von Chimki einer mautpflichtigen Autobahn von Moskau nach St. Petersburg weichen soll – trotz der Möglichkeit den Wald zu umgehen. Eine permanente Konfrontation um den Wald von Chimki – zwischen der Verwaltung einerseits und Anwohnern sowie sozialen und ökologischen Aktivisten andererseits, besteht seit 2007.

Seitens der Behörden wurde friedlichem Protest stets mit brutaler Gewalt begegnet – zahlreiche Menschen wurden von gedungenen Gangstern, rechtsextremen Schlägern und Polizisten schwer verletzt, es gab zahlreiche Attentate und Brandanschläge auf Gegner der Abholzung des Waldes. So wurde zum Beispiel im Juni 2007 auf die Wohnungstür der Aktivistin Ljudmila Selina ein Brandanschlag verübt, im November 2008 fand ein Anschlag auf den Chefredakteur der „Chimkinskaja Prawda“ Michail Beketow statt. Beketow überlebte dabei nur durch ein Wunder mit eingeschlagenem Schädel – seitdem kämpft er jedoch mit den Folgen des Mordanschlages und ist nicht mehr arbeitsfähig.

Doch am 28. Juli bekam die Stadtverwaltung endlich eine deutliche und notwendige Antwort – 400 Jugendliche griffen massiv mit Steinen, Äxten und Rauchbomben das Gebäude der Verwaltung an. Es entstand geringer Sachschaden, verletzt wurde niemand.
Natürlich stößt es bei der Staatsmacht auf wenig Gegenliebe, dass es Menschen gibt, die die terroristischen Methoden des russischen Staates nicht länger hinnehmen und offensiv dagegen vorgehen.

Gerade weil die Polizei bei der Aktion am 28. Juli niemanden festnehmen konnte – sie befand sich nämlich gerade zum Zwecke der Unruhestiftung in einem friedlichen ökologischen Camp in der Nähe – fanden die ersten Verhaftungen erst am nächsten Tag statt.

Es traf Aleksei und Maksim. Beide sind bekannte Aktivisten, die aus ihrem Herzen keine Mördergrube machen. Beide befinden sich seit langem unter den ersten auf den Todeslisten russischer Rechtsextremer. Deswegen – weil sie bekannt sind – wurden sie auch verhaftet. Und weil der Polizei nicht bekannt war, ob die beiden an der Aktion vom 28. Juli tatsächlich beteiligt waren, wurden schnell „Beweise“ erfunden. Durch Urkundenfälschung wurde die Behauptung aufgestellt, dass beide Aktivisten „am Tatort“ festgenommen worden seien. Doch die Wahrheit ist – sie wurden bei einer Vorladung zur Polizei – der sie gefolgt waren – verschleppt!

Wir fordern die sofortige Freilassung unserer inhaftierten Genossen! Ohne wenn und aber!

Am Montag, dem 9. August findet vor der Russischen Botschaft in Berlin eine Kundgebung für die sofortige Freilassung unserer Genossen statt.

Treffpunkt: 17.30 Uhr, vor der Russischen Botschaft in Berlin, Unter den Linden 63-65

Remember the Revolutionaries!

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Im Rahmen des ASJ-Sommerprogramms fanden am 14.07.2010 zwei Veranstaltungen zur Ermordung des Anarchisten Erich Mühsam statt.
So wurde gegen 16 Uhr der Gedenkstein in der Dörchlauchtingstraße 48 in Berlin-Britz besucht. Am Gedenkstein fand eine Lesung von 3 Gedichten statt, welche ergänzt wurden durch eine kleine Ansprache zur Person Erich Mühsams. So wurde auf seine Bedeutung für die Anarchistische Bewegung Deutschlands und seine Beziehungen zum Syndikalismus hingewiesen.
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Gegen 20 Uhr startete dann auch die zweite Veranstaltung im angenehm kühlen Keller des Cafe Morgenrots. Mit viel Spass und Überzeugung wurden Gedichte und Texte Erich Mühsams vorgetragen, wiederum ergänzt durch spontane Anmerkungen. Auch wenn die Veranstaltung nicht sonderlich gut besucht war (danke an die Anwesenden), so war sie doch insgesamt ein voller Erfolg, von dem man sich in einigen Tagen auch selbst überzeugen kann, da Videomitschnitte gemacht wurden.
Diese möchte die ASJ Berlin via Youtube zur Verfügung stellen.
So kommt auch zu unseren weiteren Terminen des Sommerprogramms
18.07, 12 Uhr HBF // Fahrradtour bei Chorin
23.07, ab 21.30 Uhr Mauerpark // Freiluft-Kino
24.07, 19.30 BAIZ // Emma-Goldmann-Lesung

Eure ASJ Berlin

Anarcho-Syndikalistische Rundreise im Baltikum

Ende Juni 2010 führten GenossInnen der ASJ (Anarcho-Syndikalistische Jugend) Berlin, der SUF (Syndikalistiska Ungdomsförbundet) und der RKAS (Revolutionäre Konföderation der Anarcho-Syndikalisten) eine Rundreise im nahen Osteuropa durch. Dabei wurden GenossInnen in Litauen, Lettland und Polen besucht, es kam zu einem fruchtbaren Austausch von Erfahrungen und Kontakten.

Einen Höhepunkt der Rundreise bildete das Ligo (Sonnewendfeier) in Lettland – welche lettische, deutsche, schwedische und amerikanische GenossInnen zusammen begingen. Neben der äußerst angenehm verlaufenen Feier, kam es auch zu ausführlichen Berichten von der Tätigkeit der GenossInnen in den einzelnen Ländern. In Einzelgesprächen wurde der Erfahrungsaustausch vertieft.

Während in Lettland vor allem jüngere Genossen erste zaghafte Versuche einer organisierten Tätigkeit unternehmen, sind in Litauen auch ältere Genossen aus der Gründungszeit der KAS (Konföderation der Anarcho-Syndikalisten – eine in der Endphase der Sowjetunion entstandene, große, aber heterogene Vereinigung von libertären Aktivisten) gemeinsam mit jüngeren Genossen in der Bewegung aktiv. Den Abschluss der Reise bildete ein Besuch bei der polnischen ZSP - welche permanent in verschiedene Arbeits- und Mieterkämpfe involviert ist – hier kam es ebenfalls zu einem ausführlichen und fruchtbaren Erfahrungsaustausch.

Die Rundreise hat gezeigt wie wichtig ein persönlicher internationaler Austausch für die anarcho-syndikalistische Bewegung ist – und das gerade Osteuropa hierbei noch immer zu kurz kommt. Dies in der Zukunft zu ändern, wollen wir uns gemeinsam vornehmen. Dabei hoffen wir schon bald, die uns an jedem Ort erwiesene herzliche Gastfreundschaft unseren GenossInnen gewähren zu können.
ASJ Berlin

Glückwunsch: FAU Berlin darf sich Gewerkschaft nennen

Hiermit will die ASJ Berlin ihren GenossInnen der FAU Berlin einige Glückwünsche zum gewonnenen Prozess vor dem Berliner Landgericht übersenden.
Euch steht nun wieder frei, euch Gewerkschaft zu nennen.
Auf eine frohe und kämpferische Zukunft,
eure ASJ Berlin

Rückblick: Solidarität mit der Priama Dija am 22.04.10 + Solidaritätserklärung!

Genosse der ASJ beim Gespräch mit einem Vertreter des ukranischen Konsulats
Am Donnerstag, dem 22.4.10, versammelten sich 11 Mitglieder der ASJ Berlin vor der ukrainischen Botschaft, um ihre Solidarität mit der unabhängigen StudentInnen-Gewerkschaft “Prima Dija” kund zu tun. Die vor Ort wartende Polizei wies uns darauf hin, dass sich die Botschaft schon auf uns freue und ein Vertreter zu einem Gespräch mit uns bereit wäre. Nach dem wir uns mit unserem Transpi aufgestellt hatten und anfingen Flyer zu verteilen, wurden wir von der Botschaft aus abfotografiert.
Nach einigen verteilten Flyern klingelten wir nun bei der Botschaft, um ein Gespräch zu führen. Der Mitarbeiter der Botschaft fragte uns kurz nach dem Grund der Kundgebung und sagte, er würde unseren Flyer übersetzen und an das Innen- und Außenministerium weiterleiten. Auch der SUB wurde beiläufig erwähnt.
Nach dem kurzen Gespräch verschwand er wieder in der Botschaft.

Es wurden noch weiter Flyer verteilt und nach dem die Kundgebung beendet war, machten sich ein paar GenossInnen auf den Weg, um in den Gebäude der Humboldt Universität Flyer zu verteilen und Plakate zu kleben. Bereits am Vortag wurden Flyer und Plakate an der Technischen Universität verbreitet. Das selbe geschah auch ein Tag darauf an der Freien Universität.

Gruppenbild vor der Botschaft

Solierklärung:

Liebe Genossinnen und Genossen der Priama Dija,

mit großer Sorge betrachten wir die massiven Repressionen gegen euch.
Doch das harte Vorgehen des Staates zeigt uns nur, dass ihr gefährlich
für die herrschende Klasse seid. Es ist zwar leichter gesagt, als getan,
aber wir hoffen, dass ihr euch nicht unterkriegen lasst. Auch hier in
Berlin versuchen wir auf eure Situation aufmerksam zu machen.
In den drei großen Universitäten Berlins wurden bereits Flyer verteilt
und Plakate aufgehängt. Außerdem hielten wir am 22.4 eine Kundgebung
vor der ukrainischen Botschaft ab. Dort war ein Mitarbeiter der Botschaft
zu einem kurzen Gespräch bereit, bei dem er sagte, dass er unseren Flyer
übersetzen und an das Außen- & Innenministerium schicken würde.
Da das nicht unsere letzte Solidaritätsaktion gewesen sein wird, würden
wir sehr gerne über die neuesten Geschehnissen informiert werden.

Solidarität mit der Priama Dija! Bleibt stark!

Die anarchosyndikalistische Jugend Berlin

Fritz Kater Veranstaltung 22.05.10 [Update]

Katerbanner

Unter anderem mit Gedichten aus dem „Syndikalist“, einem Vortrag zum Leben Fritz Katers, Musikalischer Unterstützung von Schabin, und weiterem.

Geigerzähler muss leider, aufgrund Fehlabsprachen unsererseits, Entfallen!

Aufruf zum Internationalen Aktionstag

Zwischen dem 4. und 6. September 2009 nahm die serbische Polizei in einer groß angelegten Aktion sechs AktivistInnen aus der libertären Bewegung in Belgrad fest. Zunächst war völlig unklar, was die Hintergründe dieser Polizeiaktion waren. Die einzige Gemeinsamkeit der Verhafteten war, dass es sich bei fünf von ihnen um Mitglieder oder SympathisantInnen der „Anarhosindikalistička Inicijativa“ (Anarchosyndikalistische Initiative, kurz ASI) handelt. Der sechste Inhaftierte gehört einer anderen libertären Gruppe in Belgrad an.

Nach einigen Tagen ließ die Staatsanwaltschaft verlauten, man habe die Verhaftungen aufgrund des Verdachts der Teilnahme an einem Akt von „internationalem Terrorismus“ vorgenommen. Sie bezog sich dabei auf einen Angriff gegen das Gebäude der griechischen Botschaft in Belgrad, der am 25. August, wenige Tage vor den Verhaftungen, stattgefunden hatte. Bei der Aktion war eine Fensterscheibe zu Bruch gegangen und die Außenmauer durch einen Molotovcocktail beschädigt worden, zudem wurde ein aufgemaltes A im Kreis hinterlassen. Der Gesamtschaden belief sich auf ca. 18€. Zu der Aktion hatte sich die bislang unbekannte Gruppe “Crni Ilija“ bekannt, während sich die ASI von dem Vorfall distanzierte. Trotzdem ordnete die Staatsanwaltschaft sofort eine dreißigtägige Untersuchungshaft für alle Beschuldigten an. Die Häftlinge unterliegen in dieser Zeit einer Kontaktsperre und Isolation.Begleitet wurden die Verhaftungen von einer regelrechten Hetzkampagne der serbischen Medien, die schon einen Tag nach dem Angriff auf die Botschaft die ASI als schuldigen präsentierte. Am 7. Dezember erfolgte die formelle Anklage vor einem Belgrader Gericht, das beschloss die Inhaftierten bis zum Prozessbeginn am 17.02.2010 in Untersuchungshaft bleiben. Erst jetz zu Proessbeginn, also nach fünfeihalb Monaten willkürlicher Isolationshaft des Staates, sind die Inhaftierten wieder vorläufig auf freiem Fuß. Zudem wurde ein Genosse während der Haft brutal gefoltert und gezwungen eine Erklärung zu unterschreiben, nach der es angeblich eine Verschwörung zu einem Mord gegeben hätte.

Die „Anarhosindikalistička Inicijativa“ ist in der serbischen Öffentlichkeit sehr bekannt und tritt immer wieder durch Aktionen im Rahmen von sozialen Kämpfen und durch Interviews in Erscheinung. Sie ist die einzige offen agierende libertäre Gruppierung in Serbien und steht für eine selbstorganisierte, basisdemokratische und kämpferische Gewerkschaft. Es ist daher offensichtlich, dass die serbische politische Klasse und ihre Justiz an der ASI ein Exempel statuieren wollen.

Solidarität ist eine Waffe
Wir befürchten, dass Sanja, Tadej, Ratibor, Ivan, Nikola und Ivan aus Gründen der serbischen Staatsräson zu langjährigen Haftstrafen verurteilt werden sollen (die Strafandrohung für ein Vergehen im Rahmen des „internationalen Terrorismus“ liegt bei 3 bis 15 Jahren) und rufen deshalb im Rahmen des internationalen Aktionstags am 25.02.2010 dazu auf, Solidarität mit den serbischen GenossInnen, ihren Familien und Freunden zu zeigen.
Wir protestiert gegen die staatliche Repression der unsere serbischen GenossInnen ausgesetzt sind und fordern die sofortige Einstellung des Verfahrens!
Es ist ein unhaltbarer Zustand, dass weltweit libertäre Strukturen von Staat und bürgerlicher Justiz angegriffen werden und deren Mitglieder starker Repressionen ausgesetzt sind.
Auf in einen neuen Morgen!
Freiheit für die Belgrade 6!
Freiheit für alle politischen Gefangenen!

Kundgebung am Donnerstag, den 25.02. 18h
Vor dem Europäischen Informationszentrum
Voßstr. 22 (S+U Potsdamer Platz)

Mehrsprachige Soli-Seite:
asi.zsp.net.pl

Englischsprachiger Blog:
belgradesolidarity.org

weitere Infos:
fau.org/belgrade6

Spendenkonto:
FAU
Konto 961 522 01
Postbank Hamburg
BLZ: 200 100 20
Stichwort: Belgrade 6

Solidaritätsaktion für die Belegschaft des Kino Babylon und die FAU Berlin vom 29.01.10

Videolink!:

In den frühen Morgenstunden des 29.01.2010 wurde von Mitgliedern der Anarchosyndikalistischen Jugend (ASJ)
Berlin
im Zuge einer Solidaritäts- und Unterstützungsaktion ein Transparent mit
dem Spruch „Da hat’s der Chef nicht schwer – ver.di gelb – Babylon prekär“ gegenüber der ver.di-Zentrale
entrollt. (mehr…)