Archiv für September 2014

Jeder nur ein Kreuz!

Am Samstag werden wieder christliche Fundamentalist*innen mit weißen Kreuzen durch Berlin marschieren und Frauen das Recht auf Abschiebung (und was sie dafür halten.. nämlich auch die Pille danach) absprechen – sowie jenen, die ihr Recht auf körperliche Selbstbestimmung in Anspruch nehmen, als Mörderinnen diffamieren. Dabei sind sie sich nicht mal zu schade, anlässlich des auch aus feministischer Perspektive problematischen Trends zur vorgeburtlichen Auslese (PND, PID) sich als Anwalt von Behinderten darzustellen, während ihr „Lebensschutz“ offensichtlich bei den Ungeborenen aufhört.

Das Bündnis „Marsch für das Leben“? What The Fuck will sich das nicht unwiedersprochen hinnehmen:

„Für den 20. September 2014 mobilisiert der Bundesverband Lebensrecht (BvL) wieder zu einem »Marsch für das Leben« in Berlin. Damit will er für ein generelles Verbot von Schwangerschafts-Abbrüchen demonstrieren und etikettiert dies als »Lebensschutz«. Wie in den vergangenen Jahren wollen wir die Abtreibungs-Gegner_innen nicht ungestört ihre antifeministischen Positionen verbreiten lassen! Wir werden für körperliche Selbstbestimmung demonstrieren und anschließend den »Marsch« blockieren!“

Wir auch nicht! Deshalb rufen wir alle auf, um 11.30 Uhr zum U-Bhf. Kochstraße (U6 / M29) zu kommen. Dort wird eine kraftvolle Demo starten, mit dem Ziel, den Marsch anschliessend zu blockieren oder zumindest merkbar zu stören.

Wenn euch das noch nicht vollständig ausgepowert hat, seid ihr auch herzlich eingeladen, zu unserem Tresen in die Lunte (Weisestraße 53) zu kommen. Es erwarten euch Verköstigung, kühle Getränke sowie ab 20 Uhr ein interessanter Vortrag zur Selbstverwaltung in Nord-Kurdistan (siehe unten).

Sommerpause is over!

Wer nicht nur unsere Veranstaltungen konsumieren, sondern selbst aktiv werden möchte, ist übrigens herzlich eingeladen, mal bei der alle 2 Wochen stattfindenden Vollversammlung vorbeizuschauen. Diesen Dienstag geht’s nämlich wieder richtig los! Ab 18 Uhr im FAU-Lokal (Lottumstraße 11, U2 Rosa-Luxemburg-Platz / U8 Rosenthaler-Platz)..

Post-Sommerloch-Tresen mit Kurdistan-Special

Lunte | Weisestr. 53 | 20.09.2014 | 19 Uhr

Während es um uns herum eh keine Sommerpause gab, ziehen wir mit nun nach und eröffnen den heißen Herbst mit leckerem Essen auf Spendenbasis sowie kühlen Getränken!

Aber auch der Inhalt kommt nicht zu kurz: Wir werden uns nämlich (ab ca. 20 Uhr) etwas zum „Friedensprozess und Aufbau basisdemokratischer Strukturen in Nord-Kurdistan“ erzählen lassen.

Zu Zeiten staatlicher Repression und dem Versuch eines Friedensprozesses zwischen den Guerillas der PKK und dem türkischen Staat beginnt der Aufbau eines Rätesystems. Frauen-, Jugendräte und weitere Formen der Selbstorganisation von unten sowie kommunale Selbstverwaltung werden aufgebaut. Sie sind jenseits von Staat, Macht und Kapital die Antwort auf kapitalistische Ausbeutung sowie militärische und biopolitische Unterdrückung. Ein Modell für die radikale Linke (nicht nur) hierzulande?

Im März 2014 waren die Referent*innen Teil einer internationalistischen Delegation, welche mit dem Verband der Studierenden aus Kurdistan e.V. (YXK) den türkischen Teil Kurdistans bereiste.

Kommt in die Lunte und diskutiert mit!

Die Veranstaltung ist Teil einer berlinweiten Veranstaltungsreihe.

Veranstalter*innen:
North East Antifascists [NEA]
Hände weg vom Wedding
YXK – Verband der Studierenden aus Kurdistan
Kurdistan-Solidaritätskomitee Berlin

Schon mal vormerken:
Zweiter Teil der Reihe, diesmal dann auch bundesweit, im Oktober 2014. Achtet auf Ankündigungen auf den oben genannten Seiten.

„sich fügen heißt lügen“ – Mühsam neu vertont

Fr. 19. September 2014 | 18.00 Uhr | Freilichtbühne Weißensee (Große Seestr. 9)
Musik:
Der singende Tresen | Lesung: Markus Liske (Gedankenmanufaktur Wort & Ton) | Eintritt frei

Anlässlich des 80. Todestages von Erich Mühsam laden wir zu einem kleinen Kulturprogramm in die Freilichtbühne Weißensee.
Erich Mühsam war Literat und Dichter, Anarchist, Freigeist und vieles mehr. Der Glaube daran, dass der Mensch im Kern gut sei, auch wenn er viel Dummes täte und eine lebensbejahende Einstellung zur Welt waren sein Antrieb.
Dem lebensfrohen und manchem Genuss nicht abgeneigten Mühsam haucht der „Singende Tresen“ mit seinem Programm „Mühsam Blues“ neues Leben ein. Ergänzend leitet Markus Liske anhand verschiedener Anekdoten und Stationen aus dem Leben Erich Mühsams durch den Abend. Neuvertonungen der Gedichte „Schnaps“ und der „Gesang der Vegetarier“ gehören zu den Schmunzlern des Programms. Die Sympathie Mühsams für Bettelnde, Prostituierte, Diebe und andere Ausgegrenzte finden hier eine besondere Betonung.
Mühsams Ansinnen, möglichst unterschiedliche Menschen für den Kampf um Freiheit und Gleichheit zu gewinnen, machte ihn immer wieder zur Zielscheibe rechter Kräfte. So saß er Zeit seines Lebens immer wieder in Haft. Am 10. Juli 1934 wurde er im KZ Oranienburg von den Nazis ermordet, denen Mühsam wegen seiner jüdischen Wurzeln, seiner Weltanschauung und seiner publizistische Tätigkeit verhasst war.

An das Werk der vielschichtigen Persönlichkeit Erich Mühsam wollen wir erinnern, indem wir seine Chansons und Gedichte für einige gemeinsame Stunden wieder zum Leben erwecken.

Veranstalter*innen: North East Antifa (NEA) | Haus der Jugend Bunte Kuh e.V.

Terminhinweise nach dem Mühsam-Abend:
19.30 – 21.30: Uhr Video-Kundgebung gegen den Thor Steinar Laden | Antonplatz
20.30 Uhr: Vorführung des Films “Django” | Freilichtbühne Weißensee
Eintritt: Erwachsene: 6,50 Euro, Kinder: 3 Euro.