Archiv für Mai 2014

Am Freitag an den Stadtrand fahren!

Freitag 22.05.2014 | Demo gegen Nazistrukturen in Berlin-Buch | 18.00 Uhr
Die Woche begann in Buch und sie endet auch dort. Am Freitag geht es raus gegen Nazistrukturen und den ganzen rechten Klüngel im Nordzipfel dieser Stadt. Startpunkt ist um 18.00 Uhr am S-Bahnhof Buch. Kommt zahlreich!
Hier nochmal der Aufruf zur Demo, alle Hintergründe findet ihr wie gehabt auf der Seite von „Niemand ist vergessen“.

„Kein Ruhiges Hinterland für Nazis – Den rechten Vormarsch stoppen!“ Der Pankower Stadtteil Berlin-Buch hat sich in den letzten zwei Jahren zu einem Hotspot rechter Aktivitäten entwickelt. Trotz Aufklärungsarbeit und zahlreicher Veranstaltungen gegen die Bucher Nazi-Strukturen im vergangenen Jahr hat sich das Problem weiter potenziert. Die bisher losen Nazi-Cliquen (Bsp.: „Freie Nationalisten Buch“) haben ihre Kontakte zu Nazis im benachbarten Brandenburger Barnim-Kreis intensiviert und sich den lokalen Pankower NPD-Strukturen angeschlossen. Unterstützung erhalten sie außerdem von Kadern des Nationalen Widerstandes Berlin (NW Berlin). Der Kiez dient ihnen auch als Rückzugsraum für die Beteiligung an Berlinweiten Nazi-Veranstaltungen, da sie in Buch nur mit geringem Gegenprotest zu rechnen haben. Buch ist ein gutes Beispiel dafür, wie es wenigen Nazis gelingt, eine ganzes Stadtviertel mit rechter Propaganda zu dominieren und so eine rechte „Homezone“ zu etablieren. Wir begreifen die Etablierung solcher Angsräume, wie in Hellersdorf, Buch oder Schöneweide, als Teil eines rechten Vormarches, der vor allem auch deswegen funktioniert, weil sich die meisten Anwohner_innen bereits daran gewöhnt zu haben scheinen. Wir wollen uns jedoch nicht damit abfinden und rufen daher jeden_n dazu auf, sich am 23. Mai an der Demonstration gegen die Nazi-Homezone in Buch zu beteiligen.

Podiumsdiskussion fällt aus

Die schlechte Nachricht: Die in der YUM-Broschüre angekündigte Podiumsdiskussion „Gewerkschaft in der Krise“ am kommenden Montag (19.05.) muss aufgrund mehrerer Referenten-Absagen leider ausfallen. Wir planen aber, sie nachzuholen.

Ihr seid alternativ dazu eingeladen, nach Berlin-Buch zu fahren und der Ausstellungseröffnung „Opfer des NSU“ beizuwohnen. Weitere Informationen findet ihr hier: http://niemandistvergessen.blogsport.eu/

Außerdem sind wir vorher noch bei der Blockupy-Demo am Start, welche sich gegen die europäische Krisenpolitik wendet und Solidarität von unten dagegensetzt. Außerdem veranstalten wir am Abend des selben Tages unseren Tresen in der Lunte (siehe unten).

Mai-Tresen mit Konzert!

Am Samstag ist nicht nur Blockupy-Demo, sondern es findet auch unser monatlicher Tresen statt! Diesmal mit Konzert: Nachschlag (Ukulelenpunk) und JuWin (Anarcholiedermacher)! Außerdem gibt’s wie immer vegane Vokü und kühle Getränke.

17.05. | 19 Uhr | Lunte | Weisestraße 53

Was ist der revolutionäre Syndikalismus?

Habt ihr euch schon immer gefragt, was eigentlich dieses komische Wort „Syndikalismus“ in unserem Namen bedeutet? Würdet ihr gerne wissen, was wir eigentlich so machen, außer zu Demos aufzurufen?

Dann gibt es Abhilfe: Am Mittwoch, den 14.05. werden wir euch in entspannter Atmosphäre einen Input darüber geben, was es mit der Idee des Syndikalismus auf sich hat und wie wir versuchen, sie umzusetzen. Abgesehen vom Konzept der Jugendgewerkschaft stellen wir auch unsere Kampagnen “Jung und Billig” sowie “Young Union Movement” vor. Bringt eure Fragen mit!

Zeit/Ort: 20 Uhr | K9 | Kinzigstraße 9 (Hinterhof)

..und davor (oder wenn ihr uns eh schon kennt) hierhin!

Nein zu AfD und Querfront!

Da kommt zusammen, was zusammen gehört: Die AfD und Jürgen Elsässer, der Herausgeber des Querfront-Magazins COMPACT, halten am 14.05. in Pankow-Niederschönhausen eine gemeinsame Veranstaltung unter dem Titel „Wie wird Deutschland wieder souverän?“ ab. Wir aber wollen keine Alternative für Deutschland, sondern eine Alternative zu Deutschland! Aus diesem Grund organisieren die Genoss*innen aus der NEA eine Demo um 17:30 vom S-Bhf. Pankow. Kommt vorbei!

Demo:
Mi. 14.05.2014 | 17.30 Uhr | S-Bhf. Pankow

Info-Veranstaltungen zur AfD:
14.05. | 19 Uhr | Haus der Jugend – Bunte Kuh

16.05. | 19 Uhr | Acud, Veteranenstraße 21, Mitte

Klassismus?! – Ein Vortrag mit Andreas Kemper

Der Begriff des Klassismus und die Auseinandersetzung mit dem Begriff ist im deutschsprachigen Raum kaum bekannt. Anders als in den USA oder Großbritannien, wo es eine weitaus transparentere Auseinandersetzung zur Ausgrenzung und Abwertung von Menschen aus ärmeren Verhältnissen gibt.

Thilo Sarrazins Buch „Deutschland schafft sich ab“ beispielsweise ist ein gutes Beispiel für die gezielte Nutzung von Klassismus als politisches Kampfmittel. Hier wird behauptet, dass „menschliche Intelligenz zu 50 bis 80 Prozent erblich ist“ (Sarrazin 2010, S. 93), da Betroffene sozialer Ungleichheit weniger intelligent seien, jedoch mehr Kinder als Intelligente bekämen, weshalb die Deutschen wiederum immer dümmer würden.

Klassismus ist kann daher nicht nur als irgendwie geartetes Ausgrenzungsverhältnis im Alltag betrachtet werden, sondern dient der politischen Elite zur gezielten Dämonisierung und Demoralisierung einkommensschwacher Menschen.

Klassismus als Ausgrenzungsverhältnis beschränkt sich allerdings nicht nur auf den gesellschaftlichen Mainstream, auch in linken Zusammenhängen gehören verbale Ausgrenzungen wie „Assi” oder „Proll” zur traurigen Realität. Das mag vor allem damit zusammenhängen, dass linke Zusammenhänge von Menschen dominiert werden, die aus materiell abgesicherten Familienverhältnissen entstammen, das Gymnasium und später die Universität besucht haben, ohne dort mit Menschen aus Armutsverhältnissen oder gewerkschaftlich organisierten Lohnarbeiter*innenhaushalten in Kontakt gekommen zu sein.

Mit der Renaissance des Triple Oppression Ansatzes (Sexismus, Rassismus, Klassismus), in seiner modifizierten Variante der intersektionellen Betrachtungsweisen von Ausgrenzungsverhältnissen, rückte der Begriff des Klassismus wieder in den Fokus linker Debatten. Der Begriff ist jedoch eine Vokabel aus dem bürgerlichen Wissenschaftsbetrieb. Er birgt somit die Gefahr einer rein wissenschaftlichen Analyse sozialer Ausgrenzungsmechanismen im Kapitalismus, ohne diese durch eine klassenkämpferische Praxis infrage zu stellen. Auf der anderen Seite bietet die aufkommende Auseinandersetzung mit dem Thema auch Anknüpfungspunkte für solche Praxis.

Zu Andreas Kemper:
Er (andreaskemper.wordpress.com) veröffentlichte neben dem Buch zur AfD „Rechte Euro-Rebellion“ eine Einführung in das Thema Klassismus (zusammen mit H. Weinbach), sowie kritische Bücher zum organisierten Antifeminismus / Maskulismus. Im Frühjahr 2014 erschien die Publikation „Sarrazins Correctness. Zur Tradition der Menschen- und Bevölkerungskorrekturen“. Andreas Kemper promoviert in Münster zum Thema Klassismus.

Wann? Donnerstag, 15.05.2014, 19 Uhr
Wo? FAU-Lokal, Lottumstr. 10

Veranstalter*innen: North East Antifa (NEA), FAU Berlin (Sektion Hartz-IV-Komplex), ASJ Berlin

Anschließend: NEA/RASH-Tresen
Mit Essen, Cocktails und guter Musik
Bandito Rosso, Lottumstraße 10a

Veranstaltung im Rahmen der Gedenk-Demonstration an Dieter Eich
23. Mai 2014 | 18 Uhr | S-Bhf. Berlin-Buch