Eine (ganz) kleine Chronik zum Jubiläum

Am 18.04.2009 fand die offizielle Gründungsveranstaltung der ASJ-Berlin statt. Bereits ein halbes Jahr zuvor, hatte sich ein kleiner Kreis von AktivistInnen zusammengefunden um ein bundesweites Treffen anarchosyndikalistischer Jugendlicher in Hannover auf die Beine zu stellen. Die auf dem Sommercamp der Freien ArbeiterInnen Union (FAU) entstandene Idee eine eigenständige Organisation für junge Menschen zu schaffen wurde umgesetzt und es dauerte nicht lange, bis u.A. in Duisburg, Bonn und Düsseldorf die ersten Ortsgruppen (OG’s) entstanden. In Berlin begann die ASJ mit vier Mitgliedern, was sich aber schon mit der schlagartig Gründung änderte. Von allgemeiner Aufbruchstimmung in der Organisation gepackt, nahm unsere Arbeit erste Formen an. Damalige Schwerpunkte bildeten die Bildungs-AG, welche sich um alle möglichen Themen rund um die Schule kümmerte und der erste Arbeitskampf der FAU-Berlin im Kino Babylon.

Als die Belegschaft des Kino Babylon Mitte sich gegen ihre miesen Arbeitsbedingungen wehren wollte, stieß sie bei den etablierten Gewerkschaften auf taube Ohren. Ihr Weg führte sie in das damalige Lokal der FAU, und somit auch zur ASJ, die sich seit ihrer Gründung die Räumlichkeiten mit ihrer Schwesterorganisation teilt. Der Arbeitskampf sollte sich noch lange hinziehen und führte über einen Boykottaufruf, zum de facto Verbot der FAU und das alles nebst Anfeindungen seitens der Ver.di. Wir waren immer dabei wenn es darum ging Flyer zu verteilen, Kundgebungen abzuhalten und unsere Solidarität auf jede erdenkliche Art zu bekunden.So zum Beispiel durch eine Transpiaktion vor der Ver.di Zentrale in Berlin, im Januar 2010.

„Schwak“ lautet der Arbeitstitel unseres Magazins, Das Schwarze Kleeblatt, und wurde erstmalig im Februar 2011 publiziert. Seitdem hat es sich sukzessive entwickelt, sodass es mittlerweile nicht nur in Farbe geprintet, sondern auch online frei verfügbar ist. Aktuell erscheint das Schwarze Kleeblatt im 3 Monatsrhythmus, wird professionell gedruckt und in einer Auflage von 750 Exemplaren gratis verteilt und bundesweit versandt. Unsere Redaktionstreffen, die meist außerplanmäßig stattfinden, sind Orte an denen wir uns koordinieren, inhaltlich diskutieren oder brainstormen bis die Köpfe rauchen.

Die Tage um den 1. Mai bilden für uns einen Bezugspunkt, auf den schon immer ein Teil unserer Arbeit hingeflossen ist. Hektisches Transpi-malen und Schilder-basteln kurz vor knapp gehörten genauso dazu, wie kontinuierliche Orga-Arbeit im Arbeitskreis. Das Foto zeigt eine Aktion auf der 18 Uhr Demo am 1. Mai 2011 mit der wir für basisdemokratische Strukturen appellierten. Genauso wichtige Termine sind für uns aber der Workers Memorial Day am 28.04, die Erwerbslosendemo am 2. Mai, oder ebenfalls am 1. Mai die Gewerkschaftsdemo um 10 Uhr, auf der wir gemeinsam mit FAU, IWW und einigen anderen einen libertären Block bilden.

Den August 2012 und 2013 haben wir nicht nur mit anderen ASJ-Ortsgruppen auf unserem gemeinsamen Sommercamp in Niedersachsen verbracht, sondern auch in der Schweiz auf dem rencontre internationale de l’anarchisme. Grundsätzlich halten wir es für erstrebenswert auch unsere Freizeit nach eigenen Vorstellungen selbst zu gestalten um nicht auf kommerzielle Angebote angewiesen sein zu müssen. Schmeißen wir ‘ne Party, ‘ne Fete oder die Kneipe versuchen wir es idealer Weise mit einer inhaltlichen Veranstaltung zu verbinden oder an einen politischen Zweck zu koppeln.

Ende 2012 startet die Jung und Billig Kampagne. Mit einer informativen Website, Beratungs- und Unterstützungsangeboten richten wir uns an Menschen in Minijobverhältnissen, um ihnen mit Tipps, Tricks und Rechtshilfe zur Seite zu stehen. Neben zahlreichen Vorträge, Interviews und Aktionen, wurde ein Haufen Infomaterial erarbeitet. Seit 2013 wird die Kampagne von einer weiteren ASJ Gruppe aus Leipzig getragen mit der wir kooperativ zusammenarbeiten und uns gegenseitig supporten.

150-Jahre SPD hieß es dann im August 2013. Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten beteiligten wir uns aber nicht etwa beim Bockwurst Essen auf dem sogenannten Deutschlandfest, sondern an einer satirischen Jubel-Demo. Etwa zeitglich lief auch Aufs-Kreuz-gelegt an, eine kleine Kampagne zur Bundestagswahl, in deren Rahmen wir uns an einigen Veranstaltungen, wie etwa einer Podiumsdiskussion, beteiligten. Wie schon einige Jahre zuvor mit der Wahllos-glücklich Kampagne, versuchten wir das Wahlspektakel zu nutzen, um unsere Kritik an der repräsentativen Demokratie vorzubringen und die Idee der Basisdemokratie zu propagieren. Das Taten wir etwa auch als Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen ihres Wahlkampfes das Heinrich Schliemann Gymnasium in Berlin-Prenzlauer Berg besuchte.

Zuletzt, im Januar 2014 hatten wir die Delegationen einiger Ortsgruppen zu einem Kongress anarchosyndikalistischer Jugendgruppen in Berlin zu Gast. Bisher arbeiten wir außer mit der FAU Berlin, die wir gelegentlich in ihren Arbeitskämpfen unterstützen, auch überregional zusammen. So kam beispielsweise der Vortrag Anarchismus in Japan einer Leipziger Genossin zustande. Außerdem waren wir auch immer wieder mal in den Bündnissen Niemand ist Vergessen, in dem wir uns bspw. an der Planung antifaschistischer Demonstrationen in Berlin-Buch beteiligten, und Hände weg vom Wedding, in dem wir vergangenes Jahr die Orga der antikapitalistischen Walpurgisnacht unterstützten, aktiv.

Diese kleine Chronik gibt nur Einblick in einen kleinen Ausschnitt von dem was gelaufen ist. Und natürlich waren es auch nicht immer wir allein, die diese Aktionen und Kampagnen gestemmt haben, sondern viele befreundete Gruppen und Sympatisant*innen. Trotzdem hoffen wir es gibt euch einen ersten Eindruck von dem was nach außen bisher konkret rumgekommen ist, sodass für euch ein Bild entsteht, das über ein abstraktes Selbstverständnis hinausgeht und ihr mit eurer Vorstellung von politischer Arbeit abgleichen könnt.

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1 Antwort auf „Eine (ganz) kleine Chronik zum Jubiläum“


  1. 1 ASJ Berlin feiert ihr 5 Jähriges bestehen « Anarchistischer Funke Pingback am 25. April 2014 um 13:17 Uhr
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