Archiv für April 2014

Wohin in den Maitagen?

Auch wenn der Innensenator anderes behauptet: Grund zum Protest gibt es genug – und die Tage um den ersten Mai sind traditionell so voll davon, dass es schwer fällt, nicht den Überblick zu verlieren. Wir haben daher eine kleine Übersicht über Veranstaltungen in den nächsten Tagen erstellt, zu denen wir aufrufen:

| 30. April | An­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Wal­pur­gis­nacht |
Die An­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche Wal­pur­gis­nacht bleibt im Wed­ding, wo das Bünd­nis „Hände Weg vom Wed­ding“ nun schon seit meh­re­ren Jah­ren po­li­ti­sche Ar­beit gegen Kiez­um­struk­tu­rie­rung und Ver­drän­gung leistet. Die Demonstration, welche sich gegen Rassismus und soziale Ausgrenzung vorgehen will, startet um 19 Uhr Seestr. Ecke Müllerstr. (U-Bhf Seestraße). Zuvor und zwischendrin wird es ein wenig Mukke geben, unter anderem Yansn, Cigir und Matondo.
Weitere Infos im Aufruf, oder zieht euch das Mobivideo rein:

| 1. Mai | Ge­werk­schafts­de­mons­tra­ti­on |
Die Jähr­li­che Ver­an­stal­tung des DGB zum In­ter­na­tio­na­len Kampf­tag ist zwar un­se­rer Mei­nung nach in ihren For­de­run­gen nicht aus­rei­chend, al­ler­dings wird es des­halb umso wich­ti­ger auch an­ti­ka­pi­ta­lis­ti­sche und re­vo­lu­tio­nä­re Ele­men­te ein­zu­brin­gen. Des Wei­te­ren ist es notwendig, auch für noch so kleine Verbesserungen un­se­rer Le­bensum­stän­de zu kämp­fen sowie für eine basisdemokratische Organisationsform zu streiten. Also kommt zum „Young Union Movement“ im klassenkämpferischen Block! Wir sehen uns bei den schwarz-roten Fahnen!
9.​30 Uhr Ha­cke­scher Markt

| 1.​Mai | Stand am Mariannenplatz |
Wir werden ab 11 Uhr mit einem Stand am Rondell des Mariannenplatzes am Start sein. Kommt gerne vorbei, quatscht und uns und greift Infomaterialien ab. Da die Nazis ihren Aufmarsch in Neukölln abgesagt haben, muss auch kein schlechtes Gewissen haben, wer sich auf dem MyFest rumtreibt und die hoffentlich scheinende Sonne genießt. Wenn das zu unpolitisch erscheint, kann es aber auch nicht schaden, bei den Hungerstreikenden am Oranienplatz vorbeizuschauen. Anders als ursprünglich geplant, sollen diese nun doch nicht zugunsten einer MyFest-Bühne verdrängt werden. Dafür redet die Polizei von Wiederbesetzung..

| 1.​Mai | Revolutionäre Demonstration |
Auch bei der 18-Uhr-Demo werden schwarz-rote Fahnen geschwungen. Wer möchte, trifft sich um 17:30 Uhr an unserem Stand, um gemeinsam – bewaffnet mit Schildern und Transpi – zum Lausitzer Platz zu spazieren.
Ansonsten gibt es auch wieder die unangemeldete mieten- und stadtpolitische Zubringerdemo um 17 Uhr: Aufruf

| 2.​Mai | Tag der Er­werbs­lo­sen |
Demo zum in­ter­na­tio­na­len Kampf-​ und Fei­er­tag der Ar­beits­lo­sen. Wie jedes Jahr tref­fen sich um 13.​00 Uhr Ar­beits­lo­se, die, die sich dafür hal­ten und die, die es wer­den wol­len, zur macht­vol­len lohnarbeitskritischen De­mons­tra­ti­on – zum ersten Mal mit Wedding-Block. Kein Schweiß für Geld! Mein Freund ist Ro­bo­ter!
13 Uhr, Se­ne­fel­d­er­platz

Young Union Movement – Broschüre erschienen!

Die Broschüre zur „Young Union Movement“-Kampagne ist erschienen! Als Teil einer Gegenöffentlichkeit zum DGB-Kongress vom 11. – 16. Mai 2014 will sie den Zustand der (deutschen) Gewerkschaftsbewegung analysieren und aufzeigen, welche Möglichkeiten eine basisdemokratische, syndikalistische Organisierungsform bietet.
Online ist sie ab sofort hier lesbar..

Party, Party!

& morgen (Sa, 19.04.): Ostertresen in der Lunte!
-> 19 Uhr, Weisestr. 53

Eine (ganz) kleine Chronik zum Jubiläum

Am 18.04.2009 fand die offizielle Gründungsveranstaltung der ASJ-Berlin statt. Bereits ein halbes Jahr zuvor, hatte sich ein kleiner Kreis von AktivistInnen zusammengefunden um ein bundesweites Treffen anarchosyndikalistischer Jugendlicher in Hannover auf die Beine zu stellen. Die auf dem Sommercamp der Freien ArbeiterInnen Union (FAU) entstandene Idee eine eigenständige Organisation für junge Menschen zu schaffen wurde umgesetzt und es dauerte nicht lange, bis u.A. in Duisburg, Bonn und Düsseldorf die ersten Ortsgruppen (OG’s) entstanden. In Berlin begann die ASJ mit vier Mitgliedern, was sich aber schon mit der schlagartig Gründung änderte. Von allgemeiner Aufbruchstimmung in der Organisation gepackt, nahm unsere Arbeit erste Formen an. Damalige Schwerpunkte bildeten die Bildungs-AG, welche sich um alle möglichen Themen rund um die Schule kümmerte und der erste Arbeitskampf der FAU-Berlin im Kino Babylon.

Als die Belegschaft des Kino Babylon Mitte sich gegen ihre miesen Arbeitsbedingungen wehren wollte, stieß sie bei den etablierten Gewerkschaften auf taube Ohren. Ihr Weg führte sie in das damalige Lokal der FAU, und somit auch zur ASJ, die sich seit ihrer Gründung die Räumlichkeiten mit ihrer Schwesterorganisation teilt. Der Arbeitskampf sollte sich noch lange hinziehen und führte über einen Boykottaufruf, zum de facto Verbot der FAU und das alles nebst Anfeindungen seitens der Ver.di. Wir waren immer dabei wenn es darum ging Flyer zu verteilen, Kundgebungen abzuhalten und unsere Solidarität auf jede erdenkliche Art zu bekunden.So zum Beispiel durch eine Transpiaktion vor der Ver.di Zentrale in Berlin, im Januar 2010.

„Schwak“ lautet der Arbeitstitel unseres Magazins, Das Schwarze Kleeblatt, und wurde erstmalig im Februar 2011 publiziert. Seitdem hat es sich sukzessive entwickelt, sodass es mittlerweile nicht nur in Farbe geprintet, sondern auch online frei verfügbar ist. Aktuell erscheint das Schwarze Kleeblatt im 3 Monatsrhythmus, wird professionell gedruckt und in einer Auflage von 750 Exemplaren gratis verteilt und bundesweit versandt. Unsere Redaktionstreffen, die meist außerplanmäßig stattfinden, sind Orte an denen wir uns koordinieren, inhaltlich diskutieren oder brainstormen bis die Köpfe rauchen.

Die Tage um den 1. Mai bilden für uns einen Bezugspunkt, auf den schon immer ein Teil unserer Arbeit hingeflossen ist. Hektisches Transpi-malen und Schilder-basteln kurz vor knapp gehörten genauso dazu, wie kontinuierliche Orga-Arbeit im Arbeitskreis. Das Foto zeigt eine Aktion auf der 18 Uhr Demo am 1. Mai 2011 mit der wir für basisdemokratische Strukturen appellierten. Genauso wichtige Termine sind für uns aber der Workers Memorial Day am 28.04, die Erwerbslosendemo am 2. Mai, oder ebenfalls am 1. Mai die Gewerkschaftsdemo um 10 Uhr, auf der wir gemeinsam mit FAU, IWW und einigen anderen einen libertären Block bilden.

Den August 2012 und 2013 haben wir nicht nur mit anderen ASJ-Ortsgruppen auf unserem gemeinsamen Sommercamp in Niedersachsen verbracht, sondern auch in der Schweiz auf dem rencontre internationale de l’anarchisme. Grundsätzlich halten wir es für erstrebenswert auch unsere Freizeit nach eigenen Vorstellungen selbst zu gestalten um nicht auf kommerzielle Angebote angewiesen sein zu müssen. Schmeißen wir ‘ne Party, ‘ne Fete oder die Kneipe versuchen wir es idealer Weise mit einer inhaltlichen Veranstaltung zu verbinden oder an einen politischen Zweck zu koppeln.

Ende 2012 startet die Jung und Billig Kampagne. Mit einer informativen Website, Beratungs- und Unterstützungsangeboten richten wir uns an Menschen in Minijobverhältnissen, um ihnen mit Tipps, Tricks und Rechtshilfe zur Seite zu stehen. Neben zahlreichen Vorträge, Interviews und Aktionen, wurde ein Haufen Infomaterial erarbeitet. Seit 2013 wird die Kampagne von einer weiteren ASJ Gruppe aus Leipzig getragen mit der wir kooperativ zusammenarbeiten und uns gegenseitig supporten.

150-Jahre SPD hieß es dann im August 2013. Anlässlich der Jubiläumsfeierlichkeiten beteiligten wir uns aber nicht etwa beim Bockwurst Essen auf dem sogenannten Deutschlandfest, sondern an einer satirischen Jubel-Demo. Etwa zeitglich lief auch Aufs-Kreuz-gelegt an, eine kleine Kampagne zur Bundestagswahl, in deren Rahmen wir uns an einigen Veranstaltungen, wie etwa einer Podiumsdiskussion, beteiligten. Wie schon einige Jahre zuvor mit der Wahllos-glücklich Kampagne, versuchten wir das Wahlspektakel zu nutzen, um unsere Kritik an der repräsentativen Demokratie vorzubringen und die Idee der Basisdemokratie zu propagieren. Das Taten wir etwa auch als Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rahmen ihres Wahlkampfes das Heinrich Schliemann Gymnasium in Berlin-Prenzlauer Berg besuchte.

Zuletzt, im Januar 2014 hatten wir die Delegationen einiger Ortsgruppen zu einem Kongress anarchosyndikalistischer Jugendgruppen in Berlin zu Gast. Bisher arbeiten wir außer mit der FAU Berlin, die wir gelegentlich in ihren Arbeitskämpfen unterstützen, auch überregional zusammen. So kam beispielsweise der Vortrag Anarchismus in Japan einer Leipziger Genossin zustande. Außerdem waren wir auch immer wieder mal in den Bündnissen Niemand ist Vergessen, in dem wir uns bspw. an der Planung antifaschistischer Demonstrationen in Berlin-Buch beteiligten, und Hände weg vom Wedding, in dem wir vergangenes Jahr die Orga der antikapitalistischen Walpurgisnacht unterstützten, aktiv.

Diese kleine Chronik gibt nur Einblick in einen kleinen Ausschnitt von dem was gelaufen ist. Und natürlich waren es auch nicht immer wir allein, die diese Aktionen und Kampagnen gestemmt haben, sondern viele befreundete Gruppen und Sympatisant*innen. Trotzdem hoffen wir es gibt euch einen ersten Eindruck von dem was nach außen bisher konkret rumgekommen ist, sodass für euch ein Bild entsteht, das über ein abstraktes Selbstverständnis hinausgeht und ihr mit eurer Vorstellung von politischer Arbeit abgleichen könnt.

ASJ Tresen

Wir laden euch wieder mal allerherzlichst zu unserem ASJ Tresen in Neukölln ein. Wie immer mit veganer Vokü und kühlen Getränken. Dort bietet sich auch die Gelegenheit auf das 5 jährige Bestehen der ASJ Berlin mit uns anzustoßen. An dieser Stelle sei auch alternativ auf unsere Geburtstagsparty am 25.05. im Subversiv verwiesen. Wir freuen uns!

Samstag, den 19.04. | Lunte | Weisestr. 53, 12049 Berlin