Antikriegstag Nazifrei!


Der 1.September – Weltfriedenstag und Jahrestag des Beginns des Zweiten Weltkriegs – ist Anlass einiger interessanter und sicherlich auch kritisierbarer Veranstaltungen in ganz Deutschland. Doch das skurrilste, was an diesem Tag zu sehen ist, bekamen in den letzten acht Jahren wohl immer wieder die Dortmunder zu sehen. Unter dem Label „Nationaler Antikriegstag“ marschierten im Jahr 2011 zum siebten mal rechtsextreme Parteien, Kameradschaften etc. durch die westfälische Großstadt.
Neben dem offensichtlichen Geschichtsrevisionismus, der Deutschland als Opfer alliierter Aggressionen im Zweiten Weltkrieg darstellt, wird und wurde gegen aktuelle militärische Interventionen der Westmächte protestiert. Allerdings wird hierbei nicht Krieg im Allgemeinen abgelehnt, sondern beispielsweise einfach nur behauptet, dass Muammar al-Gaddafi ein rechtmäßiger und guter Präsident Libyens gewesen sei. Heute würden schlechte Kriege geführt werden, während auf anderen Veranstaltungen für die deutschen Helden aus deutschen Angriffskriegen (mit blankem Nationalismus statt angeblicher Entwicklungshilfe als Rechfertigung) getrauert wird. Ein Krieg müsse Deutschland Vorteile gegenüber seinen angeblichen Feinden bringen (seinen europäischen Nachbarn). Deshalb befürworten diese Menschen den deutsch-französischen Krieg, sowie beide Weltkriege.
Das ging sieben Jahre lang so bis schließlich der Aufmarsch im Jahre 2012 verboten wurde. Dies ging einher mit dem Verbot der Kameradschaften in Dortmund, Hamm, sowie dem Kölner und Aachener Raum, welche sich jedoch nun vor allem in der Partei „Die Rechte“ neu organisieren. Dabei waren die Proteste gegen die Veranstaltungen in den Jahren zuvor gewachsen, wobei allerdings keine Blockade der enormen Größe und Gewaltbereitschaft des Polizeiaufgebots standhalten konnte. Die dortmunder Naziszene ist übrigens nicht weniger gewaltbereit, und schreckt auch vor Morden nicht zurück. So starben in den Jahren 2000, 2005 und 2006 dort Menschen 3 Polizisten, ein Kioskbesitzer mit den falschen Vorfahren und ein Punk durch rechte Gewalt. Letzterer Fall wurde übrigens trotz des öffentlichen Bekenntnisses des Messerstechers vom U-Bahnhof Kampstraße zur rechten Szene nicht als politisch motiviert eingestuft.
Nun sind Naziaktionen für den 31.08. – den Samstag und Vortag de Antikriegstag geplant. Dagegen ruft das Bündnis „Dortmund stellt sich quer“ zu friedlichen Blockaden auf. Es stellt das Erstarken der Neonazis darüber hinaus in einen größeren Zusammenhang: Auch unserer Meinung nach kann faschistisches Gedankengut natürlich besser gedeihen, wenn gegen „faule“, „kriminelle“ oder gar „terroristische Ausländer“ gehetzt wird, und zwar seitens angesehener Politiker wie Horst Seehofer oder durch verbreitete Medien wie dem Springerverlag. Egal, ob gegen arbeitslose Griechen (weil sie keine Steuern gezahlt haben?) oder Immigranten (die früher noch angeblich die Arbeitsplätze geklaut haben), auf dem Boden von solchem öffentlichem Hass können auch (noch) menschenverachtendere „Meinungen“ Fuß fassen.
Jeder weiß, der Weg in den Westen ist weit, doch der Antikriegstag muss antifaschistisch bleiben! Auch ist das Zeichen einer Blockade weitaus eindrucksvoller als ein Verbot, da sich kein Staat und keine Polizei sondern Menschen in den Weg stellen. Deswegen: am 31. August nach Dortmund! Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg!
Bümdnisseite Dortmundquergestellt
| Naziaufmarsch blockieren! | Samstag, 31.08.|10:00 Uhr | Weißenburger Straße/ Ecke Gronaustraße (U44 Geschwister-Scholl-Straße, 10 min. vom Hauptbahnhof) |

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