Wir bleiben alle!

wba2012
Samstag 22.09.2012 | Wir bleiben alle Demo | U-Eberswalderstr.

Wer es am Samstag nicht nach Hoyerswerda schafft, ist recht herzlich dazu eingeladen an der „Wir bleiben alle“ Demo teilzunehmen. Dieses mal geht es wieder durch Mitte und Prenzlauer Berg. Startpunkt ist um 16.00 Uhr am U-Bahnhof Eberswalder Straße. Den Aufruf könnt ihr hier nachlesen, alle weiten Infos findet ihr auf der Seite von W.B.A.

Wir blei­ben alle! – Mit­ten­drin statt außen vor.
Ge­mein­sam gegen So­zi­al­ab­bau, Ver­drän­gung und den Aus­ver­kauf der Stadt! – Für selbst­be­stimm­te, selbst­ver­wal­te­te, so­li­da­ri­sche und un­kom­mer­zi­el­le Räume!

Ber­lin ist kalt ge­wor­den. An die Stel­le so­zia­ler und kul­tu­rel­ler Frei­räu­me ist die Ver­wer­tung der Stadt ge­tre­ten. Fehl­kal­ku­lier­te Groß- und Pres­ti­ge­pro­jek­te, Be­bau­ungs­kam­pa­gnen für Mau­er­park und Tem­pel­ho­fer Feld, die Ent­schei­dung für mil­li­ar­den­schwe­re Ban­ken­ret­tungs­schir­me, Räu­mung von Haus­pro­jek­ten mit Po­li­zei­groß­auf­ge­bo­ten und Par­ty­bür­ger­meis­ter mit grü­nen Schnap­pi­kro­ko­di­len im Ge­sicht, für all dies scheint genug Platz in der „krea­ti­ven“ Me­tro­po­le. Doch an die Stel­le des­sen was frü­her an­er­kann­tes Grund­be­dürf­nis war, tritt heute das „Pro­dukt“ und was sich nicht rech­net oder aus­rei­chend zahlt fliegt aus der „Kos­ten-Leis­tungs-Rech­nung“ des Ber­li­ner Se­nats, dem Er­fül­lungs­ge­hil­fen neo­li­be­ra­ler Po­li­tik.

Fun­da­men­tal in Frage ge­stellt sind Frei­räu­me für Kin­der, Ju­gend­li­che, Se­nio­rIn­nen, für die „ein­fa­che“ Mie­te­rin oder schlicht­weg den un­kom­mer­zi­el­len All­tag. Sie wer­den in einem Maße weg­ra­tio­na­li­siert und ver­drängt, wel­ches den so­zia­len Zu­sam­men­halt und den so­li­da­ri­schen Aus­gleich ge­fähr­det.

Gleich­zei­tig wird der öko­no­mi­sche Druck auf jedeN Ein­zel­nen er­höht, die Woh­nungs­kos­ten stei­gen, die Löhne sta­gnie­ren und pre­kä­re Nied­rig­lohn­ver­hält­nis­se wer­den zur Nor­ma­li­tät am Ar­beits­markt. Die Kon­se­quenz: Kein Platz sich ge­mein­sam so­li­da­risch zu or­ga­ni­sie­ren, aber jede Menge „in­di­vi­du­el­ler“ Pro­ble­me am Hals.

Die po­li­tisch Ver­ant­wort­li­chen er­klä­ren hier­bei tag­täg­lich ihren Bank­rott und die ei­ge­ne Un­fä­hig­keit.Ein­zi­ge Ant­wor­ten und tag­täg­li­ches Man­tra auf Fra­gen wie so­zia­ler Woh­nungs­bau oder die Schlie­ßung von Stadt­teil­bi­bio­the­ken, kul­tu­rel­len Ein­ri­chun­gen und Se­nio­rIn­nen­be­geg­nungs­stät­ten: „Wir haben doch kein Geld! Es tut uns Leid. Wir kön­nen da doch auch nichts ma­chen. Der Markt wird es rich­ten. Macht doch mal ein Pro­jekt! Und: Schreibt doch mal ein Kon­zept!“.

Dem schließt sich der schwin­del­er­re­gen­de Über­gang zu ver­wal­te­ri­schen und bü­ro­kra­ti­schen Akten an, der letz­ten Trutz­burg staat­lich ab­ge­si­cher­ten Han­delns: hier eine Raz­zia im mo­der­nen „Tan­te-Em­ma-Lä­den“ dem Spät­kauf, dort die Be­ar­bei­tung der Lärm­be­schwer­de zur Be­schleu­ni­gung des Club­st­er­bens und ganz all­täg­lich, mal wie­der die Zwangs­räu­mung einer Hartz IV-Emp­fän­ge­rin oder sogar gan­zer Fa­mi­li­en.

Ne­ben­bei wird das Ta­fel­sil­ber der Stadt preis­ge­ge­ben, weil das kurz­fris­tig Geld bringt oder die In­ter­es­sen der ei­ge­nen Kli­en­tel be­dient. Für die Meist­bie­ten­den ver­steht sich, auch wenn es am Ende heißt einen Wa­gen­platz auf die Stra­ße trei­ben zu „müs­sen“. Für das so­zia­le Rest­an­se­hen der Ver­ständ­nis­vol­len unter den Dorf­schul­zen, wird zu Baum­be­pflan­zun­gen bzw. kol­lek­ti­vem Un­krau­tent­fer­nen auf­ge­ru­fen oder „nen bi­schen Kunst“ vor den Kar­ren ge­spannt. Die Bäume läßt man sich schen­ken, die Kunst vom Au­to­mo­bil­her­stel­ler spon­sern, ein­zi­ge pro­duk­ti­ve Tä­tig­keit hier­bei „Bänd­chen durch­schnei­den und Fah­nen hoch­zie­hen“.

Es gilt an­de­re Zei­chen zu set­zen! Da die Stadt immer tie­fe­ren so­zia­len Ein­schnit­ten zum Opfer fällt, und die In­ter­es­sen von Kin­dern, Ju­gend­li­chen, Se­nio­rIn­nen, Mie­te­rIn­nen, Mi­gran­tIn­nen, Ge­ring­ver­die­nen­den, Ob­dach- und Ar­beits­lo­sen und pre­kär le­ben­den Künst­le­rIn­nen keine Be­rück­sich­ti­gung fin­den, gilt es eine ei­ge­ne Lobby zu bil­den. Un­se­re Kon­se­quenz aus der ak­tu­ell vor­herr­schen­den Po­li­tik ist, das En­ga­ge­ment in der Stadt­teil­in­itia­ti­ve, die so­li­da­ri­sche Selbst­hil­fe und Ge­gen­öf­fent­lich­keit, krea­ti­ve Ak­tio­nen und die Bil­dung ei­ge­ner po­li­ti­scher Netz­wer­ke und Rat­schlä­ge von unten und jen­seits par­la­men­ta­ri­scher Or­ga­ni­sie­rung zu schaf­fen

Ge­mein­sam ent­wi­ckeln wir Stra­te­gi­en gegen diese Po­li­tik! Bei­spie­le dafür sind die Platz­be­set­zung am Kott­bus­ser Tor und der Bra­che in der Cu­vry-Stra­ße, die Be­set­zung der Se­nio­rIn­nen­be­geg­nungs­stät­te in der Stil­len Stra­ße 10, der Flücht­lings­streik am Hein­rich­platz, die Kam­pa­gne gegen Zwangs­um­zü­ge oder die kon­ti­nu­ier­li­che Stadt­teil­ar­beit in den In­itia­ti­ven. Wir sind in der Lage, neue So­li­da­ri­tä­ten jen­seits des nor­ma­len Po­li­tik­be­triebs zu er­schaf­fen. De­mons­tra­tio­nen sehen wir als Mit­tel uns mit­ein­an­der be­kannt zu ma­chen, uns ken­nen­zu­ler­nen, uns un­ter­ein­an­der Gehör zu ver­schaf­fen und zu zei­gen wie viel­fäl­tig unser En­ga­ge­ment ist.

Wir de­mons­trie­ren am Sams­tag den 22. Sep­tem­ber mit einer Krach­de­mo durch Mitte und Prenz­lau­er Berg! Los gehts 16:00 am U-Bhf. Ebers­wal­der. All die En­ga­gier­ten wol­len wir auf­ru­fen mit uns zu de­mons­trie­ren und rufen euch ent­ge­gen: WER­DET SICHT­BAR! Es ist un­se­re Demo! Kommt mit uns auf die Stra­ße und for­dert mit uns eine an­de­re mög­li­che Stadt. Packt Krach­werk­zeu­ge, eure Pa­ro­len, Schil­der ein und setzt mit mit uns ein lau­tes und un­miß­ver­ständ­li­ches Zei­chen.

Am Sonn­tag, den 23. Sep­tem­ber fin­det dann ab 13 Uhr die Demo gegen die Gen­tri­fi­zie­rung des Tem­pel­ho­fer Felds statt. Treff­punkt: Ein­gang Oder­stras­se. Wir de­mons­trie­ren er­neut für den Er­halt die­ses gran­dio­sen Frei­raums und gegen die Zer­stö­rung durch De­si­gner-Park und Be­bau­ung .

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