Archiv für September 2012

Wir bleiben alle!

wba2012
Samstag 22.09.2012 | Wir bleiben alle Demo | U-Eberswalderstr.

Wer es am Samstag nicht nach Hoyerswerda schafft, ist recht herzlich dazu eingeladen an der „Wir bleiben alle“ Demo teilzunehmen. Dieses mal geht es wieder durch Mitte und Prenzlauer Berg. Startpunkt ist um 16.00 Uhr am U-Bahnhof Eberswalder Straße. Den Aufruf könnt ihr hier nachlesen, alle weiten Infos findet ihr auf der Seite von W.B.A.

Wir blei­ben alle! – Mit­ten­drin statt außen vor.
Ge­mein­sam gegen So­zi­al­ab­bau, Ver­drän­gung und den Aus­ver­kauf der Stadt! – Für selbst­be­stimm­te, selbst­ver­wal­te­te, so­li­da­ri­sche und un­kom­mer­zi­el­le Räume!

Ber­lin ist kalt ge­wor­den. An die Stel­le so­zia­ler und kul­tu­rel­ler Frei­räu­me ist die Ver­wer­tung der Stadt ge­tre­ten. Fehl­kal­ku­lier­te Groß- und Pres­ti­ge­pro­jek­te, Be­bau­ungs­kam­pa­gnen für Mau­er­park und Tem­pel­ho­fer Feld, die Ent­schei­dung für mil­li­ar­den­schwe­re Ban­ken­ret­tungs­schir­me, Räu­mung von Haus­pro­jek­ten mit Po­li­zei­groß­auf­ge­bo­ten und Par­ty­bür­ger­meis­ter mit grü­nen Schnap­pi­kro­ko­di­len im Ge­sicht, für all dies scheint genug Platz in der „krea­ti­ven“ Me­tro­po­le. Doch an die Stel­le des­sen was frü­her an­er­kann­tes Grund­be­dürf­nis war, tritt heute das „Pro­dukt“ und was sich nicht rech­net oder aus­rei­chend zahlt fliegt aus der „Kos­ten-Leis­tungs-Rech­nung“ des Ber­li­ner Se­nats, dem Er­fül­lungs­ge­hil­fen neo­li­be­ra­ler Po­li­tik. (mehr…)

Streik in Südafrika beendet!

beendeter streik südaf

Sechs Wochen lang befanden sich die Bergarbeiter Südafrikas im wilden Streik, jetzt ist der Arbeitskampf gegen „Lomin“ beendet. Nachdem man sich auf eine Lohnerhöhung von 22% und eine Einmalzahlung von umgerechnet 185€ geeinigt hatte, stimmten die Arbeiter zu, am heutigen Donnerstag die Arbeit wieder aufzunehmen. Nach der Verkündigung des Verhandlungsergebnisses brachen allerorts die 28.000 Minenarbeiter in Jubel aus. Wir freuen uns mit ihnen und gratulieren zu diesem entscheidenen Sieg.

Aufruf: Keine Ruhe für Hoyerswerda!

Demo hoyerswerda 09/2012
Samstag 22.09.2012 | Demo | Bahnhofsvorplatz Hoyerswerda

Diesen Samstag findet unter dem Motto „Keine Ruhe für Hoyerswerda – Gegen rassistische Zustände“ eine Demo zum Gedenken an die Progrome von vor 20 Jahren statt. Wir Posten an dieser Stelle noch einmal den Aufruf zur Demo und hoffen auf zahlreiches Erscheinen am Wochenende!

„Keine Ruhe für Hoyerswerda!
Gegen rassistische Zustände!

„Wir haben in der Welt Millionen von potentiellen Asylbewerbern und mit denen können wir so, wie wir es gegenwärtig machen, nicht fertig werden.“ (Edmund Stoiber, CSU im ARD Brennpunkt, September 1991)

Im September 1991 griffen Neonazis unter Mithilfe und Applaus vieler Bürger_innen zwei Wohnheime von Vertragsarbeiter_innen und Asylsuchenden im ostsächsischen Hoyerswerda an. Mehrere hundert Menschen belagerten die Unterkünfte fünf Tage lang, bis schließlich alle Heimbewohner_innen aus der Stadt gebracht wurden. Nationale und internationale Medien berichteten über die Geschehnisse. Die „Evakuierung“ aller Bewohner_innen der Heime wurde nicht nur in Hoyerswerda selbst von vielen als „Erfolg“ gewertet. Die Angriffe bildeten damit den Startschuss für eine jahrelang anhaltende Welle der rassistischen Gewalt im wiedervereinigten Deutschland, die neben hunderten Verletzten zahlreiche Todesopfer forderte.
Anlässlich des zwanzigsten Jahrentages gründete sich im Jahr 2011 die Initiative Pogrom91, um sich für eine kritische Aufarbeitung der Pogrome einzusetzen. Auch 20 Jahre nach dem rassistischen Pogrom schienen nur die Wenigsten in Hoyerswerda bereit zu sein, sich offensiv mit der eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen. Auf kritische Berichterstattung und Interventionen reagiert die Stadtpolitik seit jeher vor allem mit medialer Hetze und Geschichtsverdrehung. Ihren Höhepunkt fand diese Art der „Vergangenheitsbewältigung“ während eines Besuches ehemaliger Vertragsarbeiter_innen und Asylsuchender im vergangenen Herbst. Bei der Besichtigung eines der damaligen Wohnheime kam es wiederholt zu rassistischen Pöbeleien und schließlich zu einem Übergriff durch Nazis und Anwohner_innen, obwohl der amtierende Bürgermeister Stefan Skora auf Anfrage im Vorfeld keine Bedenken hinsichtlich eines Besuches geäußert hatte. Im Nachgang wurde dieser Angriff von lokalen Medien und dem Oberbürgermeister wahlweise verharmlost oder gänzlich in Frage gestellt. (mehr…)

ASJ Tresen in der Lunte

asj_tresen

Samstag 15.09.2012 | ASJ Tresen | Lunte (Weisestraße 53)
Heute ist es wieder soweit. Der monatliche Tresen der ASJ Berlin findet wieder statt. Diesmal leider ohne Programm, dafür aber mit veganem Sushi und (wie immer) mit kühlen Getränken! Beginn ist um 19:00 Uhr in der Weisestraße 53 (U-Boddinstraße).
P.s. Allen, die noch Lust haben feiern zu gehen, empfehlen wir wärmstens nach dem Tresen noch mit zu unseren FreundInnen von der Vosifa in die K9 zu kommen. Dort ist heute Soliparty fürs „Open Air For Open Minds“ 2013.

Antifa-Demo gegen Arnulf Priem.

Demo-14.9.12

14.09.2012 | 18:30 Uhr | U-Bhf Turmstraße

Der 64-jährige Arnulf Priem war einer der zentralen Akteure und Aufbauhelfer neofaschistischer Strukturen in den letzten Jahrzehnten in der Bundesrepublik. Er ist Gründer und Unterstützer zahlreicher Kameradschaften, Neonazi-Parteien und diverser rechtsterroristischer Gruppen. Vor diesem Zusammenhang hat er in den vergangenen 40 Jahren zahlreiche Neonazis ideologisch geschult. Mittels völkisch-rassistischer Propaganda suchte er Kontakt, vor allem zu Jugendlichen, um diese in seinen Bann eines faschistischen Reiches zu ziehen. Nicht wenige seiner Zöglinge erlangten später traurige Berühmtheit. So galt er als politischer Ziehvater der Mörder von Dieter Eich, welcher im Jahr 2000 von vier Neonazis in Berlin-Pankow getötet wurde. Auch den Polizisten-Mörder Kay Diesner unterwies er regelmäßig in seiner damaligen Wohnung in Berlin-Wedding.

Zahlreiche illegale Aktionen, der Handel mit Militaria-Bedarf und die „Erziehung“ des militanten rechten Nachwuchses, machten ihm in bei Ost-Neonazis zur populären Führungsfigur und stärkten seinen Kontakte ins neonazistische Terror-Milieu. So unterstützte er beispielsweise Anfang der 1990er Jahre die Pogrome in Hoyerswerda und Rostock und erhoffte sich dadurch eine neue „deutsche Revolution“. An der Vorbereitung und Durchführung der rassistischen Angriffe in Rostock war er aktiv beteiligt, das Pogrom 1991 in Hoyerswerda bezeichnete er gar als „Selbstreinigungsprozess des deutschen Volkes“.

Die Vorliebe für rechte Hetze und die Bedrohung von Menschen ist bis heute geblieben. Nach einer Zeit der relativen Passivität trat Priem 2011 als Redner auf einer Neonazidemonstration in Hamm (NRW) auf. Im Juni dieses Jahres bedrohte er einen Nachbarn, in seinem Haus in der Siemensstraße in Moabit, mit einer Schusswaffe. Für uns Grund genug, ihn aus der Anonymität zu reißen!

Angesichts des 20. Jahrestages der Pogrome von Rostock und der Debatte um den Terror des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) erachten wir es als wichtig, den Wegbereitern des rechten Terrors unseren Protest entgegen zu setzen. Wir rufen darum für den 14. September 2012 zur antifaschistischen Demonstration in Moabit auf. Wir stellen die Demonstration in den Rahmen der Kampagnen „Niemand ist vergessen!“ und „Rassismus tötet!“, die das Gedenken an Dieter Eich und die Opfer der Pogrome der 90er wach halten wollen.

Kein Kiez für Nazis!
Arnulf Priem? Halt’s Maul!

Im Anschluss an die Demo:
14.09.2012 | Soli-Tresen | 20:00 Uhr | Schererstraße 8