Solidarität mit der MieterInnenbewegung in Polen!

kundgebung

24.03. | 18.15 h | Kundgebung | Dorotheenstr. 12

Die FAU Berlin und die ASJ Berlin solidarisieren sich mit den kämpfenden MieterInnen in Warschau und protestieren gegen die dortige Wohnungspolitik, mit der Tausende Menschen terrorisiert und der Verelendung ausgesetzt werden. Anlässlich einer Konferenz zur gesellschaftlichen Entwicklung im postsozialistischen Osteuropa werden sie dies nicht nur dem polnischen Botschafter zum Ausdruck bringen, der zur Eröffnung anwesend sein wird.

Die Hintergründe

Am 7. März wurde in den Wäldern Warschaus ein bis zur Unkenntlichkeit verbrannter Menschenkörper gefunden. Es war, wie sich herausstellte, die Leiche der 64-jährigen Jolanta Brzeska, einer Aktivistin in der Warschauer Mieterbewegung, die sich gegen die Privatisierung öffentlichen Wohnraums, enorme Mieterhöhungen und mafiöse Vertreibungsmethoden wehrt. Vielerorts haben sich Mieterkomitees gebildet, und seit mehreren Monaten läuft ein Mietstreik, der mit zahlreichen Aktionen flankiert wird.

Allein in Warschau sollen etwa 10.000 der kommunalen Gebäude reprivatisiert werden. Angemessenen kommunalen Wohnraum als Ersatz stellt die Stadt jedoch kaum zur Verfügung. Gibt es Ersatzunterkünfte, dann erfüllen diese häufig nicht die geringsten Standards, sie sind oft baufällig, ohne fließendes Wasser und ohne Heizung, was schlicht gesundheits- oder gar lebensgefährlich ist. Zahlreiche Menschen sind akut von Obdachlosigkeit bedroht.

Jolanta selbst hat als letzte Mieterin in einem vor einigen Jahren privatisierten Haus ausgeharrt. Mit einer extrem drastischen Mieterhöhung hat der neue Eigentümer, ein berüchtigter „Slumlord“, versucht, Jolanta aus ihrer Wohnung zu vertreiben. Dabei wurde sie auch mehrfach bedroht. Eine für sie zahlbare kommunale Wohnung hat ihr die Stadt mehrfach verweigert. Ihre Mietschulden haben zuletzt über 20.000 Euro betragen.

Die genauen Umstände von Jolantas Tod sind nicht geklärt, und BeobachterInnen haben begründete Zweifel an der Ernsthaftigkeit der Ermittlungen angemeldet. Unbestreitbar jedoch ist, so formulieren es ihre MitstreiterInnen, dass die Umstände zu Jolantas Tod geführt haben. Bis zum Schluss hatte sie mutig gekämpft und auch andere entschieden in ihrem Kampf unterstützt.

Wir solidarisieren uns mit den kämpfenden MieterInnen in Warschau und unterstützen deren Forderungen nach:

• erschwinglichen Mieten und realistischen Einkommenskriterien für den Erhalt einer Sozialwohnung;
• einem sofortigen Stopp der Privatisierung von kommunalen Wohnungen sowie der Instandsetzung verfallener Häuser!
• einer sauberen Untersuchung und lückenlosen Aufklärung des Todes von Jolanta Brzeska!

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