Archiv für August 2010

Kundegbungsbericht:FREIHEIT FÜR LJOSCHA UND MAKSIM!

Von Indymedia übernehmen wir den Artikel zur heutigen Kundgebung:

Am 9. August fand vor der russischen Botschaft in Berlin eine Kundgebung für die sofortige Freilassung von Aleksej Gaskarow und Maksim Solopow statt. Dabei versammelten sich mehr als 30 Personen auf der von der Anarchosyndikalistischen Jugend Berlin (ASJ) veranstalteten Kundgebung vor dem Gebäude der Botschaft unter der Losung „Kampf gegen jegliche Repressionen“ in russischer, deutscher und englischer Sprache. Anwesend waren auch Aktivisten von RASH sowie der RKAS. Teilnehmer behaupten, dass im Gegensatz zu einigen anderen Kundgebungen in der Vergangenheit Vorübergehende gern die verteilten zweispachigen Flugblätter „Freiheit für Ljoscha und Maksim“ annahmen. So wurden mehr als 700 Flugblätter verteilt. An die Versammelten wurden Reden in deutscher und russischer Sprache gehalten. Die jungen Anarchosyndikalisten forderten die umgehende Freilassung von Aleksej Gaskarow und Maksim Solopow, ohne Diskussionen!

Anbei findet sich sowohl der
Redebeitrag, als auch der Informationsflyer

Dokumentiert: Dieter Eich Gedenkdemo 2010

Das Video entstand auf der Dieter-Eich-Demo in Buch diesen Jahres, der Redebeitrag ist eine komplette Dokumentierung des ASJ-Redebeitrags.

FREIHEIT FÜR LJOSCHA UND MAKSIM! Kungebung am 09.08.10

Am Donnerstag den 29. Juli wurden unsere Genossen Aleksei (Ljoscha) Gaskarow und Maksim Solopow von Einheiten des „Zentrum E“ („Extremismusbekämpfung“) in Moskau verschleppt, und befinden sich seitdem in Untersuchungshaft. Diese Haft wurde am 31. Juli Aufgrund eines Gerichtsbeschlusses in Chimki zunächst auf drei Tage verlängert – aufgrund mangelnder Beweise. Am 3. August folgte eine weitere Haftverlängerung für die sozialen Aktivisten auf weitere zwei Monate.

Doch was war passiert:

Am 28. Juli 2010 gab es einen Angriff von ca. 400 Jugendlichen auf die Stadtverwaltung von Chimki in der Nähe von Moskau, welcher nun als Anlass für die Verhaftungen dient.

Die Stadtverwaltung von Chimki ist dafür verantwortlich, dass der naturnahe Wald von Chimki einer mautpflichtigen Autobahn von Moskau nach St. Petersburg weichen soll – trotz der Möglichkeit den Wald zu umgehen. Eine permanente Konfrontation um den Wald von Chimki – zwischen der Verwaltung einerseits und Anwohnern sowie sozialen und ökologischen Aktivisten andererseits, besteht seit 2007.

Seitens der Behörden wurde friedlichem Protest stets mit brutaler Gewalt begegnet – zahlreiche Menschen wurden von gedungenen Gangstern, rechtsextremen Schlägern und Polizisten schwer verletzt, es gab zahlreiche Attentate und Brandanschläge auf Gegner der Abholzung des Waldes. So wurde zum Beispiel im Juni 2007 auf die Wohnungstür der Aktivistin Ljudmila Selina ein Brandanschlag verübt, im November 2008 fand ein Anschlag auf den Chefredakteur der „Chimkinskaja Prawda“ Michail Beketow statt. Beketow überlebte dabei nur durch ein Wunder mit eingeschlagenem Schädel – seitdem kämpft er jedoch mit den Folgen des Mordanschlages und ist nicht mehr arbeitsfähig.

Doch am 28. Juli bekam die Stadtverwaltung endlich eine deutliche und notwendige Antwort – 400 Jugendliche griffen massiv mit Steinen, Äxten und Rauchbomben das Gebäude der Verwaltung an. Es entstand geringer Sachschaden, verletzt wurde niemand.
Natürlich stößt es bei der Staatsmacht auf wenig Gegenliebe, dass es Menschen gibt, die die terroristischen Methoden des russischen Staates nicht länger hinnehmen und offensiv dagegen vorgehen.

Gerade weil die Polizei bei der Aktion am 28. Juli niemanden festnehmen konnte – sie befand sich nämlich gerade zum Zwecke der Unruhestiftung in einem friedlichen ökologischen Camp in der Nähe – fanden die ersten Verhaftungen erst am nächsten Tag statt.

Es traf Aleksei und Maksim. Beide sind bekannte Aktivisten, die aus ihrem Herzen keine Mördergrube machen. Beide befinden sich seit langem unter den ersten auf den Todeslisten russischer Rechtsextremer. Deswegen – weil sie bekannt sind – wurden sie auch verhaftet. Und weil der Polizei nicht bekannt war, ob die beiden an der Aktion vom 28. Juli tatsächlich beteiligt waren, wurden schnell „Beweise“ erfunden. Durch Urkundenfälschung wurde die Behauptung aufgestellt, dass beide Aktivisten „am Tatort“ festgenommen worden seien. Doch die Wahrheit ist – sie wurden bei einer Vorladung zur Polizei – der sie gefolgt waren – verschleppt!

Wir fordern die sofortige Freilassung unserer inhaftierten Genossen! Ohne wenn und aber!

Am Montag, dem 9. August findet vor der Russischen Botschaft in Berlin eine Kundgebung für die sofortige Freilassung unserer Genossen statt.

Treffpunkt: 17.30 Uhr, vor der Russischen Botschaft in Berlin, Unter den Linden 63-65