Archiv für Mai 2010

28.05.2010: Feiert die Solidarität

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Impressionen: Workers Memorial Day 2010 Berlin FAU-IAA und ASJ

„Schmarotzer am deutschen Volkskörper“ Aufruf der ASJ berlin zur Dieter-Eich-Demo am 23.05.2010

Der Mord an Dieter Eich und seine Hintergründe

Am 25. Mai 2000 wurde Dieter Eich, ein Sozialhilfeempfänger, der in einer Plattenbauwohnung am Nordost-berliner Stadtrand untergekommen war, von einer Gruppe jugendlicher Neonazis erst zusammengeschlagen und dann brutal erstochen – Die Begründung der Mörder:“Der musste weg, der war asozialer Dreck.”.
Für das eigene Vaterland und das Volk arbeiten, das ist für Nazis die „ehrenhafte“ Aufgabe eines guten Bürgers, für die er sich bedingungslos dem Staate unterzuordnen hat. Menschen wie Dieter Eich gelten in einem solchen Bild als asozial. Solche Asozialen, Leute die nicht mehr fähig oder willens waren, für den Staat zu arbeiten, wurden in der Zeit des Nationalsozialismus in groß angelegten Aktionen in Konzentrationslager verschleppt und umgebracht.

Wenn dann heute Morde wie der an Dieter Eich passieren, dann heben sowohl Politiker als auch normale Bürger – schon fast reflexartig – ihren Zeigefinger und zeigen sich entrüstet. Jedoch herrscht heute ein Umgang mit Erwerbslosen, der den Mördern von Dieter Eich genau in die Hände spielt – Die Devise gilt immer noch: Arbeite und du bist was wert, tue es nicht und du bist wertlos.
Da stempeln dann so manche Durchschnitts-ArbeiterInnen – wütend darüber, dass sie selbst sich immer noch dem tristen, anstrengenden Arbeitsalltag hingeben und andere nicht – HartzIV-EmpfängerInnen als „SozialschmarotzerInnen“ ab und sind stolz darauf, nicht „asozial“ zu sein und der „Allgemeinheit“ was gutes zu tun. Und Politiker sowie Medien gießen Öl ins Feuer. (mehr…)